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50er Jahre Die 1949 gegründete Boulevardzeitung Hamburger Morgenpost setzte von Anfang an auf den Abdruck von US-Zeitungsstrips und leistete damit einen vielleicht nicht unerheblichen Beitrag zur "Amerikanisierung" der jungen Bundesrepublik.
Die Hefte mit den Abenteuern des Feuersalamanders Lurchi waren seit ihrem
ersten Erscheinen in den 1930er Jahren nicht nur ein wichtiges Werbeinstrument, sondern auch ein prägendes Stück Unterhaltungsliteratur für Kinder. Das ist vor allem dem Zeichner Heinz Schubel zu verdanken: Er formte das Bild der Hefte und Lurchis für mehrere Jahrzehnte.
Er hat kaum Comics geschaffen und ist Sammlern eigentlich nur wegen zweier bald nach dem Krieg erschienener Hefte bekannt. Mit diesen zählte er allerdings zu den ersten deutschen Comiczeichnern, die nach 1945 eine hierzulande bis dahin fast fremde Form des Erzählens aufgriffen.
Franz Werner Richter-Johnsen war in den Nachkriegsjahrzehnten der einzige deutsche Zeichner, der einen Tagesstrip von international vergleichbarer Qualität schaffen konnte. Seine Serie "Detektiv Schmidtchen" setzte auf einen außergewöhnlichen Protagonisten und lief acht Jahre lang in der Bild-Zeitung.
In den 50er Jahren ziehen Pädagogen und Erzieher mit Schmökergrab-Aktionen gegen den "Schund und Schmutz" der Comics zu Felde. Auch Manfred Schmidts Superdetektiv Nick Knatterton fällt den Tugendwächtern unangenehm auf - in Bayern und mehr noch in Holland, wo die Zeichnungen sogar retuschiert wurden.
Als die deutschen Verlage zu Anfang der 1950er Jahre den Comic entdeckten, hatte die Vorverurteilung dieser Form schon begonnen. Die erste, die sogenannte "negative Phase" der Comic-Hatz wurde Mitte des Jahrzehnts durch die Einrichtung einer "Bundesprüfstelle" und von Schmökergrab-Aktionen abgelöst.
In den Anzeigen, mit denen der Zigarettenproduzent Reemtsma seit 1952 in Tageszeitungen und Illustrierten seine neue Marke Salem No. 6 bewirbt, werden die Nachkriegszeit und ein in ihr sich vollziehender Mentalitätswandel sichtbar. Als Erzählmedium fungierte der Comic.
Eckart Sackmann:
Addenda
Er war in den 20er und 30er Jahren einer der innovativsten Comiczeichner in
Deutschland. Sein Schaffen erstreckt sich über ein halbes Jahrhundert. Und dennoch finden sich heute kaum Hinweise zu Emmerich Huber, die das überlieferte Werk mit der Person des Zeichners verknüpfen könnten.
Eckart Sackmann:
Er war eines der großen Talente des Comic in Deutschland, sowohl vor als auch nach dem Krieg. Da er vor allem für die Presse tätig war, kennt dennoch kaum jemand seinen Namen. Was für ein Mensch dieser Max Otto war, bleibt trotz neuerer Erkenntnisse weitgehend ein Rätsel.
Unter dem Pseudonym und Namenskürzel "nicki" gehörte der Zeichner und Autor Friedrich Pruss von Zglinicki zu den Schöpfern deutscher Nachkriegs-Comics. Dass er unter anderem einen reizvollen "Tintin"-Epigonen - "Max und Flax" - veröffentlichte, war über die Jahrzehnte völlig in Vergessenheit geraten.
Mit dem "Familienkater" Oskar schuf der Frankfurter Carl Fischer - genannt Cefischer - eine der populärsten Comicfiguren der Nachkriegszeit. Fischer begann seine Karriere in den 20ern. Ein schreckliches Schicksal führte dazu, dass er seinen "Oskar" mit dem Mund zeichnen musste - er hatte im Krieg beide Arme verloren.
Ende der 1920er Jahre entstand für die Firma Darboven eine langlebige Reihe von Bilderbogen mit einer Kaffeebohne - der Darbohne - als Titelheldin. Nach dem Krieg setzte der bekannte Grafiker Hans Held die Reihe der Darbohne-Comics fort, die in moderner Form seit kurzem von Marc Buchner gestaltet werden.
Im Comic bestimmt die Publikationsform die Erzählweise. Es ist eine
Besonderheit des Streifenhefts, triviale Abenteuercomics von unbegrenzter Länge zu transportieren. Der von Anfang an in diesem Bereich führende Zeichner, Hansrudi Wäscher, wirkt mit seinem "Sigurd" bis in unsere Zeit weiter.
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Copyright © 2009 Verlag Sackmann und Hörndl |