|
|
|
Startseite comicforschung.de Inhalt nach Bänden andere Gruppen
Allgemeines Was ist ein Comic? Diese Frage wurde zu verschiedenen Zeiten verschieden beantwortet. Die hier vorliegende Definition entstand Ende 2007 im Auftrag des Bibliographischen Instituts (Brockhaus) und wurde für "Deutsche Comicforschung" leicht modifiziert. Anmerkungen sollen einige Grundlagen dieses Ansatzes erläutern.
Wer unter dem Begriff "Comic" nur den Comic neuerer Prägung versteht, verkennt, dass auch die Form der Bild-Erzählung auf eine lange Tradion zurückblicken kann. Das unzutreffende Lehnwort aus dem Englischen hat bis heute eine vorurteilsfreie Ein- und Zuordnung verhindert.
In der Geschichte des Comic gibt es Randgebiete, die für das Verständnis dieser Ausdrucksform von Interesse sind. Vom Flugblatt der Renaissance über den Bänkelsang zieht sich eine Linie bis hin zur Laterna Magica und den Diafilmen des 20. Jahrhunderts.
Während zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Sprechblasencomic in den USA den Durchbruch schaffte, hielt man in Europa an alten Traditionen fest. Das war sowohl Ausdruck eines kulturellen Dünkels als auch pädagogisch motiviert. Selbst in Amerika waren die neuen Comicbeilagen nicht unumstritten.
Als die deutschen Verlage zu Anfang der 1950er Jahre den Comic entdeckten, hatte die Vorverurteilung dieser Form schon begonnen. Die erste, die sogenannte "negative Phase" der Comic-Hatz wurde Mitte des Jahrzehnts durch die Einrichtung einer "Bundesprüfstelle" und von Schmökergrab-Aktionen abgelöst.
Nicht nur in Westdeutschland, auch in der DDR gab es zu Beginn der 50er Jahre Bestrebungen, dem vermuteten schädlichen Einfluss der Comics etwas entgegenzusetzen. Die Debatte um "Schmutz und Schund" wurde hier möglicherweise mit dem Ziel geführt, die USA zu diskreditieren.
Die Schund-und Schmutz-Debatte der 50er Jahre wirkte lange nach. Doch dann, gegen Ende der 60er und vor allem in den 70er Jahren begann sich das öffentliche Bild der Comics zu ändern. Der Paradigmenwechsel war besonders in der sich grundsetzlich neu orientierenden Kunstdidaktik spürbar.
|
|
|
|
|
Copyright © 2009 Verlag Sackmann und Hörndl |