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Vor 1800 Man kann grundsätzlich davon ausgehen, dass sich die Bild-Erzählung zu früheren Zeiten anders darstellte als heute. Gerade deswegen überrascht ein Blatt aus dem Evangeliar Heinrichs des Löwen, dessen Urheber Dialoge in eine kurze Bildsequenz einbringt, und das in sehr kunstvoller Form.
In der Universitätsbibliothek von Freiburg i. Br. liegt ein mittelalterlicher Codex, bei dem die Bilder den Text dominieren - also im landläufigen Sinne keine Buchillustration, sondern ein Bilderbuch, in dem die Geschichte in Bildsequenzen aufgeteilt wurde und die in einigen Szenen Sprechblasen aufweist.
Das Simultanbild, eine Sonderform der Bild-Erzählung, kennen wir aus Italien, aber auch aus Deutschland und dem zu Burgund gehörenden Flandern. Der in Brügge wirkende, deutschstämmige Hans Memling schuf mit der sogenannten "Turiner Passion" eines der Hauptwerke der Simultanbild-Kunst.
Aus moderner Perspektive stellen sich Zeugnisse vergangener Jahrhunderte oft anders dar, als sie in ihrer Zeit möglicherweise intendiert waren. Lässt sich Ludwig Henfflins "Sigenot" von 1475 als enge Bildfolge, quasi als ein Daumenkino lesen? Eine nähere Betrachtung spricht dagegen.
Eines der frühesten Beispiele deutscher Comics wurde nicht allein für sich, als Erzählung in Bildern, geschaffen, sondern in anderer, heute ungewohnter Funktion. Joseph Franz von Göz' "Lenardo und Blandine" steht in der Tradition von Schauspiel und Dramenillustration des 18. Jahrhunderts.
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